# AeroAlign + CoG - Workflow and System Plan ## Ziel Das System soll in der Werkstatt ohne Umdenken bedienbar sein und drei unterschiedliche Aufgaben sauber trennen: 1. feste Referenzflaechen ausrichten 2. Ruder neutral oder symmetrisch einstellen 3. Schwerpunkt messen und verschieben Der wichtigste Grundsatz ist: Ruder werden nicht primaer gegeneinander verglichen, sondern gegen ihre jeweilige feste Bezugsflaeche. Zusatz fuer Spezialfaelle: - EWD, CG und Rudereinstellung bleiben getrennte Ablaeufe - Dämpfungsflosse ist der bevorzugte Begriff fuer den feststehenden Leitwerksteil - Pendelleitwerk und Taileron werden als eigene Flaechentypen behandelt - 90 Grad am Servoarm ist keine universelle aerodynamische Regel ## Bedienlogik ### Was nicht ideal ist Dieser Ablauf ist fehleranfaellig: - Modell auf die CoG-Waage stellen - Querruder und Hoehenruder direkt miteinander vergleichen - eines davon so lange verstellen, bis beide denselben Winkel zeigen Warum das problematisch ist: - Tragflaeche und Hoehenleitwerk haben oft unterschiedliche Sollwinkel - ein neutrales Hoehenruder ist nicht automatisch derselbe Winkel wie ein neutrales Querruder - Sender-Subtrim sollte nicht die mechanische Grundjustage ersetzen ### Besserer Ablauf 1. Modell mechanisch neutralisieren 2. feste Flaechen und Leitwerke referenzieren 3. Ruder gegen die zugehoerige feste Flaeche einstellen 4. Schwerpunkt auf der CoG-Waage einstellen 5. Neutralstellungen danach kurz erneut pruefen ## Empfohlene Werkstattmodi ### 1. Referenzmodus Ziel: - Tragflaeche gegen Hoehenleitwerk - Tragflaeche links gegen Tragflaeche rechts - EWD oder andere feste Bezugswinkel Hinweis: Dieser Modus ist fachlich eigenstaendig und darf nicht mit CoG oder Ruderneutralitaet vermischt werden. Empfohlene Sensoren: - ein Sensor auf einer festen Tragflaechen-Referenz - ein Sensor auf Hoehenleitwerk oder anderer Referenzflaeche ### 2. Rudermodus Ziel: - Querruder links gegen linke Tragflaeche - Querruder rechts gegen rechte Tragflaeche - Hoehenruder gegen Hoehenleitwerk - Seitenruder gegen Seitenleitwerk Regel: Jedes bewegliche Ruder wird gegen seine feste Nachbarflaeche verglichen. Ausnahmen: - Stabilator gegen externe Referenz - Taileron nach Profilregel - Wölbklappen mit moeglichem Grundoffset je Flugphase ### 3. CoG-Modus Ziel: - Frontgewicht - Heckgewicht - Schwerpunktlage in mm - Abweichung zum Soll-CoG Hier spielen die IMU-Sensoren nur indirekt mit: - sie helfen vorher und nachher bei der Neutral- und Referenzpruefung - die CoG-Messung selbst basiert auf den Lastzellen ## Minimal sinnvolles Hardware-Set ### Variante A: praxisnahes Basisset - `1x Master` mit Web UI - `2x IMU Slave` - `1x CoG Scale` mit zwei Lastzellen Einsatz: - Sensor 1 auf fester Tragflaeche oder Referenzlehre - Sensor 2 auf Hoehenleitwerk oder Hoehenruder - CoG-System separat fuer den Schwerpunkt Das reicht fuer EWD, Hoehenruder-Neutralitaet und Schwerpunkt. ### Variante B: guter Alltagsausbau - `1x Master` - `4x IMU Slave` - `1x CoG Scale` Einsatz: - linke Tragflaeche Referenz - rechtes Querruder - linkes Querruder - Hoehenleitwerk oder Hoehenruder - CoG-Jig parallel verfuegbar Damit werden Querruder-Symmetrie und Leitwerksabgleich deutlich komfortabler. ### Variante C: Vollausbau - `1x Master` - `5-6x IMU Slave` - `1x CoG Scale` Zusaetzlich: - Seitenruder - zweite Flaechenreferenz - weitere Klappen oder Spoiler ## Empfohlene Hardware-Rollen ### Master - stationaeres Bediengeraet - optional eigener IMU-Sensor fuer Referenzaufgaben - WiFi AP und Web UI ### IMU Slaves - kleine, leichte Clip-Sensoren - identische Gehaeuse und Halter, damit Bedienung einheitlich bleibt - eindeutige Rollen im UI statt nur Node-IDs Beispielrollen: - `Wing Ref Left` - `Wing Ref Right` - `Aileron Left` - `Aileron Right` - `Elevator` - `Fin / Rudder` ### CoG Scale - ein eigenes Geraet mit zwei Auflagepunkten - zwei Lastzellen - fester, reproduzierbarer Auflageabstand - idealerweise mit definierter LE-Referenz oder verstellbarem Anschlag ## Bedienbarkeit in der UI Die UI sollte nicht nur Nodes anzeigen, sondern gefuehrte Aufgaben. ### Empfohlene Hauptansichten - `Setup` - verbundene Geraete - Akkustand - Rollenbezeichnungen - `Reference` - Flaeche gegen Leitwerk - Referenzwinkel - `Surfaces` - Querruder, Hoehe, Seite - linke/rechte Symmetrie - `CoG` - Frontgewicht - Heckgewicht - aktueller CoG - Soll-CoG - Delta zum Ziel ### Wichtige UX-Regeln - keine reinen Node-IDs als primaere Anzeige - jede Messung braucht eine sprechende Rolle - gefuehrte Schritte statt nur Rohdaten - CoG-Ansicht und Ruder-Ansicht getrennt halten - Kalibrieren klar unterscheiden: - IMU `Zero` - Scale `Tare` - Scale `Weight calibration` ## Datenmodell, das dafuer noetig ist Pro Modellprofil sollten spaeter gespeichert werden: - Modellname - Flaechenreferenz - support distance `L` - offset der vorderen Auflage zur Nasenleiste - Soll-CoG - Rollenbelegung der Sensoren - optionale Servotests oder Sollwerte fuer Ruderausschlaege Die verbindliche Profil- und Flaechentyp-Definition steht in: - [AIRCRAFT_PROFILE_MODEL.md](/Users/florianklaner/Github/AeroAlign/docs/AIRCRAFT_PROFILE_MODEL.md) ## Mechanische Anforderungen an die CoG-Hardware Damit das gut zusammenspielt, muss die CoG-Hardware nicht nur elektrisch, sondern auch mechanisch sauber sein. Pflichtpunkte: - reproduzierbarer Abstand der beiden Auflagen - rutschfeste Kontaktpunkte - definierte Flugzeugposition in Längsrichtung - steife Basis, damit Lasten nicht durchbiegen - einfache Nullstellung ohne Modell Sinnvoll: - verstellbare Auflagehoehen - verstellbarer LE-Anschlag - modulare Auflagen fuer verschiedene Rumpf-/Flaechenformen ## Empfohlener End-to-End-Werkstattablauf 1. Sender auf neutral, Trims und Subtrims auf Ausgangszustand 2. Servoarme und Gestänge mechanisch sauber einstellen 3. IMU-Sensor auf Tragflaechen-Referenz setzen 4. IMU-Sensor auf Hoehenleitwerk oder Hoehenruder setzen 5. Referenz- und EWD-Werte einstellen 6. Querruder links und rechts gegen ihre jeweilige Referenz einstellen 7. Modell auf die CoG-Waage stellen 8. Akku oder Ballast verschieben, bis Soll-CoG erreicht ist 9. Danach Ruderneutralitaet und Referenzwerte kurz nachpruefen 10. Profil speichern ## Konkrete Repo-Folgen ### Naechste Firmware-Schritte 1. `firmware/cog_slave` anlegen 2. HX711 lesen und mitteln 3. Tare und Skalierungsfaktoren speichern 4. Rollen-/Profilverwaltung im Master ergaenzen 5. neue UI-Ansichten `Reference`, `Surfaces`, `CoG` ### Naechste Hardware-Schritte 1. zwei Lastzellen mechanisch auf definierter Basis montieren 2. Support-Abstand als feste Konstruktionsgroesse festlegen 3. LE-Anschlag oder Referenzmarke vorsehen 4. IMU-Halter fuer feste Bezugsflaechen vereinheitlichen ## Fazit Ja: dein Gedanke geht in die richtige Richtung. Nein: Hoehenruder und Querruder sollten nicht direkt als gemeinsame Soll-Referenz behandelt werden. Das bessere System trennt: - Referenzflaechen - Ruderneutralitaet - Schwerpunkt Genau so sollte auch die Hardware und die UI aufgebaut werden.